Natur erleben im Wittmunder Wald
 
Der Kreisnaturschutzhof liegt mitten im Wittmunder Wald und ist somit ideal als Ausgangnpunkt für Sparziergänge und Exkursionen aller Art geeignet!
 
Karte des Wittmunder Waldes
 
Geschichte des Wittmunder Waldes
 
Der Wittmunder Wald, heute mit 730 Hektar Ostfrieslands größtes zusammenhängendes Waldstück, hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Auf dem Geestrücken nach der Eiszeit entstanden, ereilte ihn dasselbe Schicksal wie fast alle ostfriesischen Wälder: Im Mittelalter wurde das Revier Hohehahn abgeholzt.

Es hat seinen Grund, dass das Revier so heißt. Als der Wald weg war, verarmte der Boden und die Heide machte sich breit. Damit kamen die Schäfer, die sich in der öden Landschaft ihr Lager mit einer Birke markierten. Diese sah im Wind aus wie ein Hahnenschwanz. Daher Hohehahn.

1862 (das Jahr der Eröffnung der B210) wurde ein gewaltiges Aufforstungsprogramm angeordnet. 1400 Hektar Kiefernwald wurden in 30 Jahren angepflanzt. Dazu musste die Fläche entwässert werden, die Moore verschwanden.

Der Wald entwickelte sich prächtig, bis zum nächsten Zwischenfall: ein verheerender Waldbrand im Jahr 1911. Kurz danach entstand auf der abgebrannten Waldfläche südlich der B210 der Wittmunder Flugplatz. Damals noch für Luftschiffe gebaut, ist er heute Heimat des Jagdgeschwaders 71.

Es war noch einmal der Krieg, der den Wald rupfte: Die Briten holten nach 1945 Holz aus Wittmund zum Wiederaufbau ihrer zerstörten Städte. Der Wald wurde mit schnell wachsender Fichte aufgeforstet. Erst im Laufe der Jahre machte sich allgemein der Gedanke breit, dass ein vielseitiger Wald mit einer guten Mischung viel gesünder ist als eine Monokultur, die vor allem die Holzproduktion im Auge hat. Heute präsentiert sich der Wittmunder Wald als reizvolles Erholungsgebiet mit vielen Baumarten, vor allem Eichen, Fichten und Kiefern, Waldmooren und offenen Wiesen.

 
 
Renaturierung Waldmoore Hohehahn
 
In dem Waldstück Hohehahn werden auf einer Fläche von 200 Hektar die ehemaligen Waldmoore renaturiert. Wo jetzt Nadelforsten auf ehemaligen Moorböden wachsen, werden sich zukünftig wieder naturnahe Laubwälder entwickeln. Neben diesen Baumbeständen wird ein kleinflächiges Mosaik von Waldmooren, Seggenrieden und Heideflächen entstehen, die zur Steigerung der natürlichen Vielfalt beitragen. Die Renaturierung der Hohehahner Moore führt dazu, dass sich die ursprüngliche Flora und Fauna, die noch in Relikten zu finden ist, wieder großflächig ansiedeln kann. Bis 2018 werden die Renaturierungsarbeiten westlich der Upsteder Straße abgeschlossen sein.